Wenn das Sofa Blutdruck misst und die Küche davon weiß

Digitalisiertes Wohnen auf der ZOW 2018

Digitalisierung und das „Internet of Things“ (IOT) sind allgegenwärtig. Sie bieten individuell, global und über alle Branchen hinweg eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Welche Interaktion, welche Sensorik, welche Features speziell in der Möbelindustrie sinnvoll sind oder bereits im Test stehen, wird die ZOW 2018 als visionäres Workshop- und Innovationsevent darstellen.

Selbstdenkend, kognitiv, smart wird die Wohnung und ihre Einrichtung von morgen. Verbraucher hören diese gängigen Begriffe mit einer Mischung aus Neugier und Besorgnis. Was können sie zukünftig erwarten? Was kann moderne Ingenieurkunst für das Wohnen und Einrichten leisten? Und wo liegen Grenzen – technisch wie ethisch?

Digitalisiertes Wohnen und Einrichten

Ob intelligentes Smartphone, hochgerüstete Kraftfahrzeuge oder erste Pflegeroboter: Miniaturisierung und Digitalisierung machen einst Undenkbares greifbar. Nur für die häuslichen vier Wände gibt es scheinbar erst seit wenigen Jahren ambitionierte Visionen für das digitale Morgen. Sieht man von ersten Konzeptionen wie das „Smart Home“ auf der imm cologne ab, wohnt selbst der aufgeschlossene Verbraucher weitgehend analog.

Das mag mit Trends wie „Cocooning“, dem Rückzug in die eigenen vier Wände, zu tun haben oder mit ungelösten Sicherheitsbedenken. Auch ändert sich das Verbraucherverhalten schneller, als es Teilen der Möbel- und Einrichtungsbranche bewusst ist. Verpasst die Branche damit vielleicht ihre künftige Zielgruppe der Digital Natives? Und verfehlt sie gar auch die, häufig nicht unvermögenden, Golden Agers, weil deren häuslichen Bedürfnisse (Stichwort: lebenslang selbstbestimmtes Wohnen) bislang kaum bedient werden?

Innovationsführerschaft in Deutschland erhalten und ausbauen

Der Zulieferseite in der Wertschöpfungskette Wohnen und Einrichten, allen voran die großen Beschlaghersteller, und den Haushaltgeräteanbietern brennen Digitalisierung und IOT seit langem unter den Nägeln. Sie entwickeln, sie forschen an akzeptierten Lösungen zukünftigen Wohnens, an „KogniHome“ – wie ein Modellprojekt der Universität Bielefeld heißt. Dabei geht es nicht nur um Technologie, weiß Ralf Müterthies, Head of Concept Management der Firma Hettich: „Digitalisierung und Möbel ist mehr als nur reine Elektrifizierung von Komponenten. Erst wenn die gewünschte Funktion den Nutzer, ohne aufwändige Betätigung von Schaltern, Tastern oder anderen Bedienelementen, intuitiv unterstützt in seiner Handhabung, das Möbel also vernetzt ‚mitdenkt‘, wird es einen echten Digitalisierungsschub geben und die Akzeptanz beim Nutzer steigen.“

Zulieferer auf der Überholspur: Die Zukunft beginnt auf der ZOW

Alles spricht dafür, dass aus heutigen „Kastenmöbeln“ in Küche und Bad, in Wohn- und Schlafzimmern heiß begehrte Lifestyleobjekte werden. Einrichtungskunden wünschen sich nichts sehnlicher – mit Rabatten lockt in Zukunft kein Händler mehr. Deshalb bietet die kommende ZOW mit ihrer Sonderfläche „Digitalisierung“ außergewöhnliche Ideen, Prototyping und erste praxistaugliche Lösungsvorschläge.

Auf rund 200 m² (Stand D001) finden Fachbesucher und interessierte Aussteller an mehreren Präsentationsinseln intelligente Entwicklungsansätze. Die ZOW als Trendscout übernimmt so gezielt das Screening bzw. Monitoring der Zukunftsmärkte der Möbelindustrie und des Innenausbaus, während die alternierende internationale Leitmesse “interzum” im jeweiligen Folgejahr die aktuellen, marktreifen Umsetzungen auf der Produktseite zeigt.